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Wie verändert die Schiffbauergasse das Stadtwerkefest 2026?

Warum das Stadtwerkefest in der Schiffbauergasse mehr ist als ein Ortswechsel

Das Stadtwerkefest fand am 11. und 12. Juli erstmals in der Schiffbauergasse statt. Mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher kamen nach Angaben der Stadtwerke. Die Zahl ist beachtlich, aber interessanter finde ich die Entscheidung für den neuen Ort und das regionale Konzept „Aus Potsdam, für Potsdam“.

Ein Fest mit vorhandener Infrastruktur Die Schiffbauergasse ist kein neutraler Veranstaltungsplatz. Dort gibt es bereits Theater, Museen, Gastronomie, Wege am Wasser und unterschiedliche Möglichkeiten, sich aufzuhalten. Ein Fest muss diese Struktur nicht erst künstlich erzeugen. Es kann sie sichtbar machen und miteinander verbinden. Mehrere Bühnen, Live-Musik, DJs und Improtheater passen zu diesem offenen Kulturort besser als ein Programm, das nur auf einen großen Namen als Publikumsmagneten setzt.

Regional heißt nicht automatisch klein Der Verzicht auf große nationale Stars kann schnell nach Sparmaßnahme klingen. Hier scheint er eher als kuratorische Entscheidung gemeint zu sein: lokale Kulturpartner, Musikerinnen und Musiker aus Potsdam, kurze Wege und ein Programm, das unterschiedliche Gruppen anspricht. Das ist nicht spektakulär im klassischen Sinn, aber für ein Stadtfest wahrscheinlich nachhaltiger. Ein Ort wird schließlich nicht nur durch Besucherzahlen belebt, sondern auch dadurch, dass Menschen aus der Stadt selbst darin vorkommen.

Die offene Frage bleibt der Alltag Ob das Konzept langfristig trägt, lässt sich nach einer Ausgabe noch nicht sagen. Entscheidend wäre, ob die Schiffbauergasse auch außerhalb des Festwochenendes als niedrigschwelliger Treffpunkt funktioniert und ob Anwohnende, Kulturorte und Veranstaltende mit den Abläufen zufrieden sind. Dazu gehören banal klingende Dinge wie sichere Fahrradabstellplätze, gute Wegeführung und ein verlässlicher Regionalverkehr. Gerade daran merkt man, ob ein Kulturereignis wirklich in der Stadt angekommen ist.

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