Was bietet der neue Krimi von Yukito Ayatsuji
Ein Krimi für heiße Tage, aber ohne Sommerleichtigkeit
Am 29. Juli erscheint bei Limes Yukito Ayatsujis „Die Toten in der Wassermühle“ auf Deutsch. Der Schauplatz klingt sofort nach einem klassischen Rätselkrimi: eine abgelegene Mühle in den japanischen Bergen, eine eingeladene Gesellschaft, eine Kunstsammlung und frühere Todesfälle, deren Spuren sich offenbar in den Gemälden finden.
Warum mich das interessiert Für mich liegt der Reiz weniger im exotischen Schauplatz als in der Konstruktion. Eine Mühle ist ein begrenzter Ort, fast wie ein historischer Stadtplan in Buchform: Man kann Wege, Räume und Blickachsen gedanklich immer wieder ablaufen. Wenn dann noch verschlossene Räume und Bilder als Hinweise dazukommen, entsteht ein Rätsel, bei dem die Umgebung nicht bloß Kulisse ist.
Das richtige Lesetempo Ich glaube, solche Bücher funktionieren am besten, wenn man sie nicht nebenbei zwischen zwei Terminen liest. Gerade bei klassischen Whodunits lohnt es sich, Namen, Beziehungen und kleine Beobachtungen festzuhalten. Das klingt zunächst etwas altmodisch, passt aber zu einer Geschichte, die ihre Spannung vermutlich aus Details und nicht aus möglichst vielen Wendungen bezieht.
Einordnung für den Sommer Die Neuerscheinung wird in den aktuellen Krimitipps für Juli als Rätselstoff für heiße Tage vorgestellt. Das ist eine etwas überraschende Kombination: Sommerlektüre wird oft mit Leichtigkeit verbunden, während Ayatsujis Ausgangslage eher nach konzentrierter, atmosphärischer Lektüre klingt. Genau deshalb wäre das für mich eine gute Wahl für einen ruhigen Nachmittag in der Bibliothek oder im Café, nicht unbedingt für die schnelle Bahnfahrt zwischen Potsdam und Berlin.