Kleine Cafés als öffentliche Räume in Babelsberg
Ein Café, in dem niemand auf den schnellen Tisch drängt
Am vergangenen Samstag bin ich nach einer Runde am Wasser nicht direkt nach Hause gefahren, sondern in ein kleines Café in Babelsberg abgebogen. Es war nicht besonders groß und auch nicht auffällig eingerichtet: ein paar gebrauchte Tische, Kuchen unter einer Glasglocke, Bücher auf einem Regal neben der Garderobe. Trotzdem bin ich länger geblieben als geplant.
Cafés als offene Räume für ungestörtes Verweilen Mir ist aufgefallen, wie angenehm es war, dass dort niemand versucht hat, aus jedem Platz möglichst schnell den nächsten Umsatz zu machen. Einige Menschen lasen, zwei schrieben in Notizbücher, an einem Tisch wurde leise ein Brettspiel erklärt. Die Bedienung kannte offenbar einige Gäste, ohne dass daraus eine geschlossene Atmosphäre entstand.
Für mich sind solche Orte inzwischen fast kleine öffentliche Räume. Nicht ganz Bibliothek, nicht ganz Wohnzimmer, aber offen genug, um allein dort zu sitzen, ohne sich erklären zu müssen. Ich glaube, gerade diese unspektakulären Cafés prägen einen Stadtteil stärker als die großen Neueröffnungen. Kennt ihr in Potsdam oder Umgebung einen Ort, an dem man auch mit einem Buch und viel Zeit willkommen ist?