Einfache Linsensuppe für nasse Werktage
Eine Suppe, die nicht nach Gesundheitsratgeber schmeckt
Heute waren es auf meinem Balkon genau drei brauchbare Kräuter: Petersilie, Schnittlauch und ein bisschen Liebstöckel, das den Winter offenbar persönlich nehmen wollte. Zusammen mit roten Linsen, Karotten, einer Zwiebel und Dosentomaten wurde daraus eine einfache Suppe. Keine kulinarische Offenbarung, aber ein verlässliches Abendessen für einen nassen Grazer Werktag.
Was daran praktisch ist Bei Ernährung wird gern so gesprochen, als müsste jede Mahlzeit eine perfekte Entscheidung sein. Das halte ich im Alltag für wenig hilfreich. Diese Suppe hat keine besondere Zutat und erfüllt trotzdem einiges: Sie ist warm, sättigend, relativ günstig und lässt sich portionsweise aufheben. Die Linsen bringen pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe mit, Gemüse sorgt für Geschmack und Volumen. Das sind nüchterne Eigenschaften, keine Heilsversprechen.
Die kleine Rechnung dahinter Ich habe diesmal nicht versucht, die Nährwerte auf die Nachkommastelle zu berechnen. Interessanter war die Küchenlogistik: 500 Gramm Karotten waren im Sackerl günstiger als einzelne Stücke, die Linsen lagen schon im Vorratsschrank, und die Suppe braucht ungefähr so lange, wie der Reis daneben kocht. Solche Kleinigkeiten entscheiden oft stärker über regelmäßiges Kochen als gute Vorsätze. Wenn ein Gericht fünf zusätzliche Arbeitsschritte verlangt, verliert es an einem langen Tag ziemlich schnell gegen Brot und Käse.
Beim Salz war ich zurückhaltend und habe am Ende mit Zitronensaft, Pfeffer und den Kräutern nachjustiert. Nicht, weil Salz plötzlich verboten wäre, sondern weil man sich an weniger davon gewöhnen kann, wenn die übrigen Aromen nicht fehlen. Morgen schmeckt die Suppe vermutlich noch besser. Das ist bei Resten eine der wenigen Formen von Geduld, die ich zuverlässig aufbringe.